#Begrüßung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

was geschieht gerade in Deutschland? In Chemnitz wütet ein rechtsradikaler Mob auf den Straßen. In Berlin ruft Sarah Wagenknecht eine „linke Sammlungsbewegung“ aus. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen steht die AfD laut Umfragen bei über 20 Prozent. Die BILD-Zeitung fragt in einer Serie: „Wie unsicher ist Deutschland?“

Vier willkürlich herausgegriffene Nachrichten der letzten Tage. Sie sind Zeichen für eine Erosion von gesellschaftlichen Werten und Absprachen, die Jahrzehnte als sicher galten. Folge einer tiefen Verunsicherung breiter Schichten der Gesellschaft, die einhergeht mit einem schwindenden Vertrauen in den Staat, seine Institutionen und seine Politiker. Viele Menschen fragen: „Was geschieht gerade in Deutschland?“ Sie erhalten keine oder höchst fragwürdige Antworten.

Vor diesem Hintergrund hat eine über die „FAZ“ geführte Diskussion begonnen, ob und wie Stiftungen sich für die Demokratie einsetzen müssen. Völlig richtig lautet die Analyse: Die Demokratie wird nicht frontal angegriffen, sie wird von innen ausgehöhlt. Zu diesem Ergebnis kommen auch die beiden Harvard-Professoren Daniel Ziblatt und Steven Levitsky in ihrem lesenswerten Buch „Wie Demokratien sterben“.

Wie kann eine Stiftung die verletzliche Demokratie stärken? Indem sie mutige Initiativen startet, überraschende Allianzen schmiedet, Menschen fördert, die sich für die Demokratie einsetzen - und die richtigen Fragen stellt. In Zeiten andauernder Empörung und Skandalisierung ist eine Stiftung eine Institution, die ohne den Verdacht einer Ideologie unbequeme Antworten fordern darf. Nur ein Beispiel: „Wie viel Zuwanderung verträgt Deutschland? 100.000 pro Jahr? Eine Million? Was ist das richtige Maß?“ In Australien wird genau diese Frage nun in einem Volksentscheid geklärt.

Es gib viele weitere Fragen mit dem Potential, einen Sturm aus Entrüstung und Zustimmung auszulösen. Diese Debatte brauchen wir. Quer durch alle Schichten.

Mit besten Grüßen,
Ihr John-Philip Hammersen
Geschäftsführer

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