Annkathrins (Nikas) Arbeit bewegt sich zwischen ihrem internationalen Job im Bereich erneuerbare Energien und den vielen kleinen Verbindungen innerhalb der Netzwerke, in denen sie aktiv ist.

Wir sind Teil der Generation Y und wollen etwas machen, das sich positiv auf die Gesellschaft auswirkt.

Wir suchen nach mehr Bedeutung in dem, was wir tun. Der Markt für erneuerbare Energien hat einen eben solchen positiven Einfluss, und zwar auf globaler Ebene«, erklärt sie. Dieselbe Motivation treibt auch ihre Arbeit als Koordinatorin des Hertie Energy & Environment Network (HEEN) an: »Was ich am HEEN so liebe, ist die Freiheit und Möglichkeit, mit Hilfe der Hertie Stiftung Dinge auf die Beine zu stellen. Die Leute dort sind wirklich großartig. Alle sind intrinsisch motiviert und es macht richtig Spaß, zusammen zu arbeiten. Auf Arbeit habe ich viele Vorgesetzte, weshalb ich umso mehr die Art und Weise schätze, in der das HEEN funktioniert, nämlich holokratisch – wir empowern die Menschen ganz ohne eine hierarchische Struktur«, erzählt Nika. Sie ist auch Teil mehrerer anderer Netzwerke, unter anderem das Women Energy Network oder das Young Energy Professionals Network des Weltenergierates, bei dem sie eine strategische Rolle beim »Ausbau des Netzwerks« übernommen hat. Auch arbeitete sie viele Jahre als Medienmanagerin für das Weltwirtschaftsforum.

Seit dem Gymnasium schon interessiert sich Nika für europäische Belange. »Meinen Klassenkameraden habe ich den Vertrag von Lissabon erklärt«, erinnert sie sich, »weil mir eine starke Europäische Union am Herzen lag.« Folgerichtig machte sich Nika auf, in Maastricht einen Bachelor in European Studies zu machen. Bald darauf begann ihr Interesse im Energiebereich Formen anzunehmen. »Der Energiesektor ist sehr politisch«, sagt sie. Nika blühte im internationalen Kontext auf, zuerst in Maastricht und danach in Berlin an der Hertie School of Governance, an der sie einen Master of Public Policy begann. Ihre Offenheit hatte sie zu diesem Zeitpunkt schon zu einem Auslandssemester nach Grenoble geführt sowie nach Kasachstan, für ein Praktikum und für die Recherche zu einem bald erscheinenden Buch über Deutsche Minderheiten in der Sowjetunion. Sie begann in Maastricht, Russisch zu lernen, und spricht auch Französisch. Nach dem Praktikum im Goethe Institut in Kasachstan arbeitete sie für eine NGO, die sich für nachhaltigen Tourismus einsetzt.

»Die Hertie School war eine sehr gute Umgebung für persönliche Entwicklung, aber es gab damals nur wenige Veranstaltungen zum Thema Energie«, erinnert sich Nika. »Also habe ich versucht, meine Hausarbeiten zu Themen rund um Energie zu schreiben.« Während ihres ersten Jahres an der Hertie School arbeitete sie in der Abteilung für europäische Angelegenheiten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (eine Dachorganisation, die die Interessen der deutschen Industrie auf politischer Ebene vertritt) und später für RWE im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Nach ihrem Abschluss sammelte Nika weitere Erfahrung als Beraterin bei Accenture, einem Partner der Hertie School of Governance. »Es ist hilfreich, in einer Unternehmensberatung zu arbeiten, denn du kommst mit unterschiedlichen Kunden zusammen, die dir Einblicke in unterschiedliche Geschäftsbereiche und Strategien geben«, erklärt sie.

Danach arbeitete Nika bei innogy als Marktanalystin in der Abteilung für erneuerbare Energien: »Ich studierte die Regulierung des Energiesektors in mehreren Ländern und für diesen Job war mein Public Policy Studium perfekt.« Nika ist auch heute noch bei innogy und arbeitet momentan als Kundenmanagerin im Bereich grüne Energielösungen für internationale Unternehmen. »Weil erneuerbare Energie immer wettbewerbsfähiger wird, brauchen wir keine staatliche Unterstützung mehr, wenn wir langfristige Abnahmeverträge mit Unternehmen unterschreiben. In der Vergangenheit waren staatliche Subventionen der Schlüssel für die Investition in Erneuerbare. Die Regierung garantierte einen bestimmten Energiepreis für 15 oder 20 Jahre, abhängig von den regulatorischen Vorgaben. Heute können wir ohne Probleme einen sogenannten Stromabnahmevertrag (SAV) für 15 bis 20 Jahre mit Unternehmen wie Google, Amazon oder Vodafone aushandeln. Das verringert die Risiken hinsichtlich unserer Einnahmen und gibt uns die Möglichkeit, Investitionen zu tätigen. Und gleichzeitig können unsere Kunden zeigen, dass sie nachhaltiger agieren und ihre Marke grüner machen. Aktuell arbeite ich im Bereich internationaler Ausschreibungen von SAVs und daran, Unternehmen zu finden, die grüne Energie von uns kaufen wollen. Bei innogy sind wir in der ganzen Welt aktiv, von Europa bis Nordamerika und Australien«, sagt Nika.

« Bruno Paschoal Cosmina Radu »