Für Gloria ist Heimat im Lokalen begründet – ähnlich wie für Taiye Selasi, eine Schriftstellerin mit ghanaischen Wurzeln, die das Konzept des »Multilokalen« geprägt hat, um das »Multinationale« zu ersetzen. »Heimat ist dort, wo man sich wohl fühlt«, erklärt Gloria. Nach Deutschland ist sie im Alter von zehn Jahren gezogen, und Hamburg ist schon seit vielen Jahren ihr Zuhause. Nach einem HorizonteForschungsstipendium im Jahr 2009 beschloss Gloria, ihrer langjährigen Leidenschaft zu folgen und Lehrerin zu werden. Dabei behandelt sie ihre Schüler wie alle anderen Menschen auch. »Ich respektiere Menschen, egal welches Alter sie haben«, sagt Gloria. Diese Einstellung fördert frühe Verantwortungsbereitschaft.

Gloria unterrichtet Deutsch und Technologie. Diese beiden Fächer ermöglichen ihr einen besonderen Zugang zu ihren Schülern und decken oft unerwartete Fähigkeiten auf. Um dies zu fördern, hat Gloria zusammen mit ihren Schülern eine Cateringfirma namens Food Ninjas gegründet. Dort lernen sie alles »von wie man eine Firma gründet bis zu wie man das Catering an Veranstaltungsprogramme anpasst«. Das Horizonte Alumni Treffen in Hamburg war der erste große Auftrag für die Food Ninjas, und neue Aufträge sind daraufhin bereits eingegangen. »Das Lernpotenzial für Schüler in diesen Cateringaufträgen ist enorm«, weiß Gloria.

Als Lehrerin muss Gloria oft weit über ihre offiziellen Arbeitsstunden hinaus arbeiten. Ihre Klassen bestehen aus über zwanzig Schülern – Herausforderung genug. Dazu kommen die Unterrichtsvorbereitungen, Konferenzen und Verwaltungsaufgaben. Und oben drauf natürlich noch die Cateringfirma. Bei solch einem vollen Programm bietet ihr Urlaub nicht immer genug Ausgleich. Daher hat Gloria eine Zeit lang versucht, ihre Arbeitszeiten auf eine 30Stunden-Woche umzustellen – doch letztendlich »blieb das Arbeitspensum gleich.«

Ich bin sehr gut im Zeitmanagement. Ich weiß, wann ich aufhören muss.

Glorias Engagement geht über die Schule hinaus. 2008 gründete sie SchlauFox, einen gemeinnützigen Bildungsverein, der unter anderem »Ankerlicht«, ein Mentoring Programm für Flüchtlinge, betreibt. Während sie bereits Auszeichnungen für ihre Arbeit erhalten hat, wird Gloria nicht müde, mehr soziales Engagement zu fordern. Wie schafft sie das alles? »Ich bin sehr gut im Zeitmanagement. Ich weiß, wann ich aufhören muss«, verrät sie – um dann gleich mit ihrer Arbeit weiterzumachen.

« Dr. Henning Beck Timur Burlaka »